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Einfach mal Wandern...

Zwar ist Idee für meinen Blog erst in den letzten Monaten so richtig gewachsen, der Gedanke wieder mehr Zeit in der Natur zu verbringen hat mich allerdings schon im letzten Jahr begleitet. Daher mache ich nun einen kleinen Zeitsprung und werde euch von meiner ersten kleinen Wanderung über Berg und Tal erzählen. Die habe ich nämlich bereits letztes Frühjahr unternommen. Der Grund für unseren kleinen Wandertrip war, dass ich raus wollte - also wirklich raus...  Das heißt keinen Städtetrip oder Ähnliches... Ich wollte raus aus der Stadt und all dem was das urbane Leben mit sich bringt...

Nach einigen Überlegungen vielleicht doch ans Meer zu fahren oder einen kurzen Städtetrip zu planen, kam mir die Idee: Warum gehen wir denn nicht einfach mal Wandern??? Gibt es ein besseres Abenteuer, als bei Wind und Wetter über Berg und Tal zu laufen??? Nun gut, Simon sind so circa hundert Dinge gleichzeitig eingefallen, die besser sein würden, als bei gefühlten 8 Grad und Regen durch irgendwelche Feldwege zu spazieren... Aber ich wollte halt einfach raus! Mit ein bisschen Überzeugungsarbeit und zwei netten Übernachtungsmöglichkeiten am Wegesrand konnte ich ihn dann doch überzeugen... Wobei ich ja bisher auch noch keine Ahnung hatte, ob Wandern mir überhaupt Spaß machen würde.

 

Da wir beide also absolute Wanderanfänger waren und keinerlei Erfahrungen hatten, haben wir uns im Internet schlau gemacht. Glücklicherweise ist die Eifel direkt um die Ecke und bietet für Wandersleute ab der ersten Stunde vielseitige Touren. Da wir uns für den Anfang ja auch nicht übernehmen wollten, hatten wir drei Wandertage mit zwei Übernachtungen geplant. Die Wanderroute  würde uns -  sofern wir planmäßig durchkommen - fast bist zu den Eltern von Simon führen, so dass wir bereits zum Abendessen am Ostersonntag an einer reichgedeckten Tafel platz nehmen können. Klingt doch nach einem fabelhaften Plan... Dann noch schnell einen Wanderrucksack bei einem Freund ausgehliehen...Wanderschuhe?? Ach was, Turnschuhe reichen doch alle mal... Und auf geht's zum ersten Wandertrip in die Eifel über das Ahrtal bis nach Kesseling.

Gestartet sind wir am Kloster Steinfeld auf der 6ten Etappe des Eifelsteigs in Richtung Blankenheim. Schon nach den ersten Metern mussten wir allerdings feststellen, dass Turnschuhe bzw. meine Winterstiefel ordentliche Wanderschuhe wohl nicht ersetzten können... Und die Wege sind auch keine geteerten Wege (in unserer Vorstellung hatten wir wohl wunderbar ausgebaute Fahrradwege vor Augen) sondern vom Regen durchtränkte Matschpfade... Aber alles halb so schlimm, wir sind hochmotiviert in unser Vorhaben gestartet und da konnte uns auch das schlechte Wetter die gute Laune nicht vertreiben.

So kam es, dass wir bereits nach der ersten Stunde für die Anstrengung belohnt wurden... Als wir auf dem ersten Aussichtspunkt standen und die Strecke vom Start bis hierhin begutachten konnten, hatte uns die Wanderlust gepackt. Mit jedem Meter, den wir auf Trampelpfaden durch Wälder und Wiesen zurücklegten, machte uns das Wandern mehr Spaß... Nach ca. 3 Stunden machten wir unseren ersten Stopp. In einem kleinen Kaffee am Wegesrand haben wir uns ein großes Stück Kuchen und einen Kaffee zum Aufwärmen gegönnt. Danach ging es dann direkt weiter zum Etappenziel nach Blankenheim. Und als sich dann gegen Abend auch noch die Sonne zeigte, erreichten wir völlig beseelt von der Natur unsere erste Unterkunft, das Hotel Kölner Hof. Nach einem leckeren Abendessen sind wir direkt ins Bett gefallen und haben beide geschlafen wie ein Stein.

Der zweite Morgen kam schneller als erwartet, ich hätte gerne noch weiter geschlafen, aber wir wollten ja los... Also raus aus den Feldern, den Muskelkater einfach ignorieren und weiter geht's... Schon am zweiten Tag haben wir festgestellt, dass die ersten Meter immer die schwierigsten sind.  Sobald man aber erstmal seinen Rhytmus beim Laufen gefunden hat, läuft man fast wie von allein. Da das Wetter sich auch von seiner freundlicheren Seite zeigte, konnte der Tag kaum besser starten. Erst durch ein Waldstück, dann über grüne Wiesen bis zu unserer ersten Rast am Freilinger See.  Und wen wundert es, wir hatten Spaß und das von der ersten Sekunde an...

Am besten ist das Gefühl am Ziel anzukommen, egal ob es das Etappenziel oder ein Kaffee am Wegesrand ist. Und wenn man dann nochmal kurz zurückblickt und feststellt, wie lange und wie viele Kilometer man gelaufen ist, erfüllt sich die Brust mit Stolz und einem wunderbaren Wohlgefühl... Also weiter geht's zum Etappenziel. Nach 23,4 Kilometern liegt unser Ziel auf einem Berg und uns tun die Beine weh. Wir sind froh, als wir schon von weitem das Dorfschild erkennen können und freuen uns riesig auf ein Glas Wein und etwas leckeres zu Essen. Ein wunderbares Hotel in Armenberg, hier könnte ich es auch länger aushalten...

Aber wir wollen ja weiter. Also geht's nach einer himmlischen Nacht und wunderbarem Frühstück wieder los auf Wanderschaft. Es ist bereits unsere letzte Etappe in Richtung Insul, doch wir freuen uns beide sehr darauf. Wie an den Tagen zuvor dauert es ein paar Minuten, bis wir wieder unseren Rhytmus gefunden haben und das Laufen von allein funktioniert.

Die letzte Etappe hat es dann auch nochmal so richtig in sich. Wenn ich an Wandern dachte, hatte ich immer unsere Schulwanderungen von früher auf dem Schirm, bei denen wir uns einige Stunden nicht von geteerten Straßen entfernten und auf direktem Wege in das nächste Dorf marschierten. Daher waren wir wirklich überrascht, wo uns diese Wanderpfade entlangschickten. Steile Hänge, kleine Trampelpfade, umgestürzte Bäume und neben uns die Ahr... Da musste man schon ganz schön aufpassen, wo man hintritt... Man sagt ja nicht ohne Grund, als Wandersmann sollte man trittsicher sein. Jetzt weiß ich auch warum...

Da Kaffee und Kuchen schon zum Ritual gehörten, haben wir gegen Mittag ein nettes Kaffee in Schuld angesteuert.  Eigentlich wollten wir noch bis zum Etappenziel nach Insul weiterlaufen, aber irgendwie konnten wir nicht mehr aufstehen. Daher haben wir kurzerhand beschlossen uns nach unserem Mittagskaffe abholen zu lassen. Völlig kaputt von den letzten Tagen, aber glücklich und stolz, dass wir unsere erste Wanderung mit so viel Spaß, Natur, Ruhe und Gelassenheit schafft haben, haben wir uns über unseren Kuchen hergemacht und auf unser Taxi nach Kesseling gewartet.  

Unser Fazit nach drei Tagen Wandern über Berg und Tal: Wir brauchen Wanderschuhe, denn wir wollen weiter wandern, r(h)ein in die Natur.

 

Bis bald und liebe Grüße,

Eure Sarah


Natur R(h)ein

Für alle, die nun auch r(h)ein in die Natur wollen, hier findet ihr unsere Tourinfos:


Tag eins

Tag zwei

Tag zwei

Tag drei