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Nicht ohne meinen Kaffee

Laut des aktuellen Kaffeereports 2017 ist und bleibt Kaffee das Lieblingsgetränk der Deutschen. Im Jahr trinken wir circa 162 Liter pro Kopf und schlagen damit sogar unsere europäischen Nachbarn aus Italien und Österreich. Und nicht nur wir lieben Kaffee, auch unsere Pflanzen können sich an jeder Tasse Kaffee erfreuen, die wir trinken. Denn der Kaffesatz, der nach dem Kaffeekochen übrig bleibt, kann als nützlicher Dünger auch unseren Pflanzen neue Energie geben.

Was steckt im Kaffeesatz?

Kaffeesatz enthält wichtige Pflanzennährstoffe mit denen das Pflanzenwachstum angeregt werden kann. Dazu zählt in erster Linie Stickstoff, Phosphor und Kalium. Diese Inhaltsstoffe machen den Kaffeesatz zu einem hervorragenden Dünger für Pflanzen.

  • Stickstoff: Stickstoff benötigen unsere Pflanzen vor allem für das Wachstum. Er sorgt dafür, dass unsere Pflanzen neue Blätter sprießen lassen. Ein Mangel an Stickstoff erkennt man daher auch oft an der sogenannten Blattchlorose.  Insbesondere ältere Blätter nehmen dabei eine hellgrüne bis gelbliche Farbe an. Zudem können sich die Blattspitzen bräunlich verfärben. 
  • Phosphor: Phosphor regt das Wurzelwachstum der Pflanzen an und sorgt somit für eine volle Blütenpracht und üppige Früchte. Den Mangel an Phosphor erkennt man oft an violett/schwarzen und nekrotischen (abgestorbenen) Blattteilen. Die Blätter können sich zudem verformen und kräuselen.
  • Kalium: Kalium benötigen unsere Pflanzen für die Regulierung des Wasserhaushalts. Er sorgt für einen optimalen Zellaufbau der Pflanzen und somit auch für eine standfeste und stabile Pflanze. Daher benötigen Pflanzen mit kräftigen Früchten und Gemüse einen hohen Kaliumanteil im Boden.

Wie wirkt Kaffeesatz?

Der Kaffeesatz ist leicht sauer und hat somit einen niedrigen pH-Wert (zwischen 6,5 und 8 liegt ein neutraler pH-Wert, unter dem Wert ist der Boden sauer und über dem Wert ist er alkalisch/basisch). Kaffeesatz als Dünger eignet sich somit hervorragend für Pflanzen, die einen leicht sauren Boden bevorzugen (pH-Wert niedriger als 6,5). Hierunter zählen insbesondere Hortensien, Rhododendren oder auch Rosen.

 

Wie gewinnt Man Dünger aus Kaffeesatz?

Wenn man den Kaffeesatz als Dünger verwenden möchte, sollte dieser erst getrocknet werden. Feuchter Kaffeesatz beginnt schnell an zu schimmeln und ist damit nicht mehr brauchbar. Da es sich oftmals nicht lohnt mit dem Kaffeesatz einer Kaffeetasse seine Pflanzen zu beglücken, kann man den Kaffeesatz zunächst in einem offenen Gefäß sammeln, bis man ausreichen Dünger gesammelt hat.

Wie verwendet man Kaffeesatz als Dünger?

Um den Kaffeesatz als Dünger anzuwenden, gibt es verschiedene Methoden:

  1. Der getrocknete Kaffeesatz wird leicht in die Erde rund um die Pflanze eingearbeitet. Bleibt er nur auf der Oberfläche liegen, zersetzt er sich nur sehr langsam und seine Düngewirkung ist für die Pflanzen kaum spürbar.
  2. Beim Umtopfen oder Umsetzten von Pflanzen kann der Kaffeesatz unter die frische Blumenerde gemischt werden, um diese mit vielen wichtigen Nährstoffen zu versorgen.
  3. Wer in Köln wohnt, kennt das Problem mit hartem Leitungswasser. Hier kann Kaffeesatz als Neutralisator eingesetzt werden. Beim Entkalken der Pflanze wird dem Gießwasser etwas Kaffeesatz hinzugegeben, um damit die Erde zu neutralisieren. Darüber freuen sich insbesondere unsere Zimmerpflanzen.

Welche Pflanzen lieben Kaffeesatz als Dünger?

Zimmerpflanzen: Bei unseren Zimmerpflanzen muss man etwas aufpassen, da der Kaffeesatz leicht zu schimmeln beginnt und sich nur schwer zersetzt. Daher bevorzugen unsere Zimmerpflanzen entweder die Methode, etwas Gießwasser mit Kaffeesatz aufzubereiten, oder den übrig gebliebenen kalten Kaffee direkt in die Pflanzen zu gießen. Hier sollte man jedoch aufpassen, dass es nicht zu einer Übersäuerung der Pflanze kommt. Daher sollte man bei Zimmerpflanzen den Kaffeesatz oder kalten Kaffee immer sparsam dosieren.

Freilandpflanzen: Unsere Pflanzen auf dem Balkon und im Garten vertragen hingegen etwas mehr Dünger, da sie schließlich auch anderen Witterungen ausgesetzt sind. Sie freuen sich daher über alle Methoden der Düngung mit Kaffeesatz. Man sollte aber auch hier immer vorsichtig sein und darauf achten, wie sich die Pflanzen entwickeln.

Was kann Kaffeesatz noch?

Neben der belebenden Wirkung für unsere Pflanzen kann man Kaffeesatz und kalten Kaffee auch als Pflanzenschutzmittel einsetzten.

  • Ameisen mögen den Geruch von Kaffee überhaupt nicht und bleiben von mit Kaffeesatz gedüngten Pflanzen weg.
  • Kalter Kaffee 1:1 verdünnt mit Wasser wirkt gut gegen Trauermücken an Zimmerpflanzen. Das darin enthaltene Koffein ist für die im Topfballen lebenden Larven Gift.
  • Blattläuse mögen ebenfalls keinen Kaffee. Mit einem Zerstäuber kann man die befallenen Pflanzen von ihrem Ungeziefer befreien.

Eure Erfahrungen

Nun meine Frage an euch: Habt ihr vielleicht schon mal mit Kaffeesatzdünger gedüngt und welche Erfahrungen habt ihr gesammt? Habt ihr einen Unterschied bemerkt?

 

Ich freue mich über eure Anmerkungen und Kommentare.

 

In diesem Sinne, lasst euch den Kaffee schmecken und denk dabei an die Pflänzchen...

 

Liebe Grüße,

Eure Sarah

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