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Eifelsteig Etappe 2 bis fast 4 oder Irgendwo im Nirgendwo

Da wir letztes Jahr unsere erste längere Wandertour gemacht haben und trotz Regen und Blasen an den Füßen ein wunderbares Wochenende verbrachten, stand fest: das wollen wir wiederholen. Über Ostern war es endlich soweit, wir haben unsere zweite Wandertour gestartet. Diesmal haben wir uns für die nördliche Eifel entschieden, die Etappen zwei bis vier vom Eifelsteig. Mal schauen wie weit wir kommen...

Da die Eifel sehr gut auf Outdoorfans eingestellt ist, kann man alle Wanderstationen und Etappenziele gut mit dem Auto, der Bahn oder dem Bus erreichen. Wir haben uns dazu entschlossen mit dem Auto bis nach Roetgen, unserem Etappenstart, zu fahren und das Auto dort auf dem Wanderparkplatz stehenzulassen.  Also ging es los... Raus aus Köln und nach einer knappen Stunde Autofahrt ist man schon irgendwo im Nirgendwo angekommen.

Nachdem wir unsere neuen Wanderschuhe und Wanderrucksäcke angezogen hatte (die hatten wir bei unserer ersten Wanderrung ja noch nicht), ging es direkt los. Bis zum Ziel in Gemünd liegen drei Etappen, 62,5 Kilometer und vorausichtlich 21,5 Stunden r(h)eine Natur vor uns - und die will nun von uns entdeckt werden...

Der Wanderbahnhof in Roetgen ist der Startpunkt der zweiten Etappe des Eifelsteigs. Von hier aus kann man direkt aus dem Auto steigen und los wandern. Nach ca. 5 Minuten ist man auch schon raus aus der kleinen Stand und richtig in der Natur angekommen. Man sieht die ersten Kühe und Pferde auf den Weiden grasen, die Luft wird r(h)einer und die Vögel sind am zwitschern...

Nach kurzer Zeit auf Wanderschaft verlässt man deutschen Boden und begibt sich auf die belgische Seite der Eifel. Man läuft über Wiesen und Felder, bergauf, bergab und über ewig lange Pfade durch die Moorlandschaft des Hohen Venns. Da ich vorher bereits nach Einkehrmöglichkeiten geschaut habe und feststellen musste, dass es in der Eifel wirklich nicht viele Möglichkeiten gibt, haben wir uns Proviant für unsere Pausen mitgenommen. Daher immer dran denken, genug zu essen und zu trinken mitzunehmen. Hier kann es schon mal sein, dass man 2-3 Stunden zum nächsten Dorf laufen muss. Unser erstes Etappenziel ist Monschau. Eigentlich sollte der Weg dorthin nur 4,5 Stunden dauern... Wir haben etwas getrödelt und sind nach ca. 6 Stunden überglücklich, aber auch sehr kaputt im Hotel Royal Garni in Monschau angekommen. Das Hotel hat alles was man für einen kurzen Zwischenstopp benötigt. Klein aber fein ist unser Fazit und für eine Nacht jederzeit zu empfehlen. Zum Abendessen sind wir nach einem ungewollten Spaziergang im Restaurant "Alte Herrlichkeit" eingekehrt. Unsere Empfehlung daher: an Wochenenden vorab reservieren. Das Essen war gut bürgerlich, lecker und preislich angemessen. Wir haben den Abend also bei gutem Essen und Wein ausklingen lassen.

Am nächsten Morgen sind wir mit einer kleinen Runde durch das mittelalterliche Monschau und seinen atemberaubenden Fachwerkhäusern gestartet. Eine wirklich beeindruckendes Städtchen. Da das Wetter nicht so gut war, sind glücklichweise auch nicht viele Menschen unterwegs gewesen, was die Atmosphäre nochmal etwas mystischer gemacht hat. Bei gutem Wetter kann es in den kleinen Gassen nämlich ziemlich eng und voll werden.

Danach ging es dann direkt auf unsere zweite Etappe und damit in die dritte Etappe des Eifelsteigs. Mit 24,3 Kilometern und voraussichtlich 6,5 Stunden Wegzeit ist sie die längste unserer drei Etappen. Damit wir nicht im Dunkeln ankommen, sind wir gegen ca. 11:00 Uhr gestarte. Es ging direkt los mit einem Anstieg, von dem aus man einen wunderbaren Blick auf Monschau hat. Danach läuft man bergauf und bergab durch den Nationalpark der Eifel. Eine wunderbar abwechslungsreiche Strecke, bei der man dem Lauf der Rur folgt, bis man nach Einruhr kommt, unserem zweiten Etappenziel. Auch auf der Strecke mussten wir festellen, dass unser Tempo nicht ganz den Angaben entspricht. Nach ca. 8 Stunden sind wir endlich im familiengeführen Hotel Schütt angekommen. Die Besitzerin hat uns sehr nett empfangen und uns Empfehlungen für unser Abendessen gegeben. Wir haben uns für das Restuarant Eifelhaus direkt am Rursee entschieden. Auch hier gab es wieder eine gut bürgerliche Küche mit einer super Auswahl an Ahrweinen. Zurück im Hotel haben das riesige Zimmer mit sehr bequemen Matratzen und wirklich einwandfreien Bad genossen.

Nach einer Nacht wie auf Wolken und einem kaiserlichen Früchstück im Hotel Schütt haben wir uns auf unsere letzte Etappe, also Etappe vier des Eifelsteigs, begeben. Da uns die letzten zwei Tage noch etwas in den Füßen steckten, hatten wir beschlossen mal zu schauen wie weit wir kommen... Gemünd war das eigentliche Ziel. Nach den ersten Kilometern betritt man wieder den Nationalpark Eifel. Am Rurufer entlang, immer wieder bergauf und bergab, bis man eine alte Truppenübungszone druchquert, von der aus man schon das entfernte Vogelsang erkennen kann. Vogelsang ist ein alter Gebäudekomplex, in dem die Nazis während des dritten Reichs ihre Elite ausbildeten. Heute ist Vogelsang ein besonderer Ort, an dem man sich mit der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft auseinandersetzt. Nachdem wir uns also hier im Resturant gestärkt und ausgeruht hatten, haben wir kurzerhand beschlossen, dass wir den Abend in einer Therme ausklingen lassen wollen. Nach einem Rundgang durch Vogelsang haben wir uns in den Bus zurück nach Roetgen gesetzte, um wieder zurück zum Auto zu kommen.

Im Bus haben wir unsere Wanderroute nochmal Revue passiern lassen und sind zu dem Entschluss gekommen: Wandern macht uns immer mehr Spaß! Auf unserem Weg hat uns inbesondere die Etappe 3 von Monschau nach Einruhr gefallen, da sie von allen drei Etappen am  meisten Abwechslung zu bieten hat. Nach unseren Etappen zwei bis fast vier haben wir also beschlossen: Liebe Eifel, wir kommen bald wieder und werden auch noch die restlichen Kilometer von dir erkunden...

Natur r(h)ein

Für alle, die nun auch Lust auf eine Wandertour in die nördliche Eifel bekommen haben, hier unsere Wanderroute:

Tag eins

Tag zwei

Tag drei


....und hier findet ihr unsere Unterkünfte und Restaurants:

Monschau

Unterkunft: Hotel Royal Garni.

Restaurant: Alte Herrlichkeit

 

 

Einruhr

Unterkunft: Hotel Schütt

Restaurant: Eifelhaus


An- und Abfahrt

In und um den Nationalpark der Eifal kann man alles sehr gut über Busse erreichen. Eine ausführliche Beschreibung zur Anreise mit Bus und Bahn findet ihr auf der Seite des Nationalparks der Eifel.

Wir sind mit dem Auto bis nach Roetgen gefahren. Haben das Auto dort auf dem Wanderparkplatz geparkt und sind bis nach Vogelsang gelaufen. In Vogelsang sind wir in die Linie SB63 (gelbe Linie) gestiegen, die uns wieder zurück zum Ausgangspunkt gebracht hat. Das ganze hat uns ca. 7 Euro und ca. eine Stunde Zeit gekostet. Sehr einfach und sehr bequem. 

...Nun wünsch ich euch viel Spaß bei eurer nächsten Eifeltour und freue mich auf Anmerkungen und Kommentare.

 

Viele Grüße und bis bald

Eure Sarah